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Turnverein Gladbeck 1912 e.V.


Fotos: Carsten Klümper

TV Gladbeck 1 setzt Duftmarke ins Revier

  • Abteilung Volleyball TV Gladbeck

Am vergangenen Sonntag fuhr die erste Damenmannschaft des TV Gladbeck drei Punkte gegen den selbsternannten Aufstiegsfavoriten TuS Herten ein.

Die Spielbegegnungen der beiden Clubs werden gerne als Revier-Derby bezeichnet. Und genau in dieses Revier setzte der TV Gladbeck nun eine Duftmarke.

„Derbysieger, Derbysieger – hey, hey“, ließen die Gladbecker Mädels direkt nach ihrem Sieg auf ihremFacebook-Account verlauten. Kurz vorher tanzten sie im Kreis und rissen gemeinsam mit ihren applaudierenden Fans die Hände in die Höhe. So sieht pure Freude aus, wenn sich die Anspannung gerade löst. Trainer Waldemar Zaleski war ebenfalls aus dem Häuschen. „Was für ein toller Sieg für den TV Gladbeck. Da haben neben den Spielerinnen und Trainern auch die jubelnden Fans zu beigetragen!“, erklärte Trainer Zaleski.

Schon vor Beginn der Partie war ordentlich Stimmung in der Bude. Dank der im Vorhinein durch die Verantwortlichen um Geschäftsführer Andreas Packeisen ergriffenen Schutz- und Hygienemaßnahmen war die Artur-Schirrmacher-Halle trotz der aktuellen Situation und den Umständen entsprechend gut gefüllt. Die verfügbaren Sitz- und Stehplätze waren komplett vergeben. Im Hertener Fanblock trommelten sich die „TultraS“ warm und rollten ihre Banner und Fahnen aus. Die „Supporters“ des Gladbecker Fanclubs sowie die Familien, Freunde und Bekannten der Spielerinnen hielten bereits dagegen. Hallensprecher „Jackson“ tat das Seinige, um die beiden Mannschaften gebührend vorzustellen und die Zuschauer in Wallung zu bringen. Kurz vor Spieleröffnung war also klar, dass dieser Streifzug durchs Revier kein müder Spaziergang, sondern ein emotionales und vor allem lautstarkes Wettrennen werden würde.

Die aufgeheizte Stimmung war fast schon greifbar. Das neu formierte Gladbecker Team ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken, sondern eher bis in die Haarspitzen motivieren. Obwohl die Blauhemden als „Underdog“ dieser Spielpaarung galten, hatten sie sich einiges vorgenommen. Die Spielerinnen und die Trainer wollten – gerade nach der Aufarbeitung des letzten Ligaspiels und der daraus resultierenden intensiven Trainingswoche – zeigen, dass sie in dieser Rolle und in dieser tollen Atmosphäre auch über sich hinauswachsen können.

So gingen die Mädels um Mannschaftskapitänin Kim Smaniotto von Spielbeginn an furchtlos zur Sache. Sie trugen kraftvolle Angriffe vor und zeigten starke Abwehraktionen. Die Hertener Startsechs fand dadurch zunächst nicht ins Spiel und wirkte etwas überrascht, als die Punktetafel nach dem ersten Durchgang 25:19 für Gladbeck anzeigte.

Einmal aufgeschreckt, schüttelten sich die Hertenerinnen kurz und gaben den Frauen im blauen Dress zu verstehen, dass sie sich nun auf etwas gefasst machen können. So lief die bereits im ersten Satz glänzend aufgelegte Katharina Pietrek zur Höchstform auf und ballerte einen Angriff nach dem anderen in die Gladbecker Hälfte, so dass die Heide wackelte. Das hatte Signalwirkung auf ihre Kameradinnen. Obwohl sich gerade auch Block und Feldabwehr der Gäste steigerten, ließen sich die Gladbeckerinnen davon jedoch nicht einschüchtern. Im Gegenteil, sie hielten beständig dagegen. Auf hohem Spielniveau blieb der Schlagabtausch somit lange ausgeglichen. Erst zum Ende hin schaffte es der TuS Herten, die entscheidenden Punkte für sich zu gewinnen. Folglich ging dieser Satz mit 25:22 an den nun hellwachen Reviergegner.

Nach dem Satzausgleich platzten die beiden Fan-Lager vor Spannung, wie es wohl weitergehen würde. Das Gladbecker Trainerteam Waldemar Zaleski und Johann Bleichrot suchte nach einer passenden Strategie. „Wir haben natürlich taktische Tipps gegeben. Vor allem aber haben wir den Spielerinnen immer wieder bewusst gemacht, dass sie das Zeug dazu haben, das Spiel zu gewinnen“, sagte Johann Bleichrot nach dem Spiel.

Die Worte der Trainer schienen auf jeden Fall gewirkt zu haben. Mit einer extra Schüppe Motivation und unter lauten Gesängen starteten die Gladbecker Akteurinnen in den dritten Abschnitt. In sehenswerten Ballwechseln erkämpften sie sich einen Punkt nach dem anderen, so dass sie sich dabei einen Vorsprung herausspielten. Die eine und andere Aufschlagserie trug dazu bei, dass sich Herten nicht mehr richtig entfalten konnte und den dritten Satz mit 25:17 an die Gladbecker Heimmannschaft abgeben musste.

Die Mädels des TV Gladbeck erkannten sofort die Chance, die sich jetzt bot. Im vierten Durchgang wehrte sich Herten abermals heftig, während Gladbeck den Daumen darauf zu halten versuchte. Schließlich behielten die Gladbecker Spielerinnen die Oberhand und heimsten mit Herz und Leidenschaft die letzten Punkte zum 25:22 ein. Der Rest ist bekannt.

Neben dem Spielwitz hat auch die Vielfältigkeit der Gladbecker Mannschaft zum hochverdienten Sieg beigetragen. Die Trainer konnten in den richtigen Momenten Spielerinnen wechseln, ohne das Spielniveau zu verlieren. Das Team präsentierte sich stark, homogen und geschlossen. Insbesondere aber Spielerinnen wie Mareet Maidhof (Diagonal) oder Ellen Plonowksi (Zuspiel), die der eigenen Jugend entstammen, bewahrten trotz ihrer jungen Jahre auch in engen Spielsituationen einen kühlen Kopf. Schülerin Mareet Maidhof wurde für ihre Leistung nach dem Spiel zur MVP (Most Valuable Player) gekürt. „Man muss es erst einmal schaffen, sich mit 15 Jahren gegen solch erfahrene Spielerinnen durchzusetzen“, lobt Mannschaftskapitänin Kim Smaniotto das junge Talent.

Der TV Gladbeck lässt in einem heiß umkämpften Revier-Derby mit seinem Sieg über den Top-Favoriten TuS Herten also aufmerken. Das Spiel hielt, was es versprach. Hohes Spielniveau, gute Stimmung und leidenschaftliche Emotionen machten Werbung für den Volleyball. Für den Regionalliga-Neuling sowie alle Gladbecker Anhänger und Anhängerinnen fand das hochspannende Spiel dabei ein vergnügliches Ende. Weiter geht es am 27.09.2020 mit einem Heimspiel gegen Mitaufsteiger RC Borken-Hoxfeld 2. Lasst es Euch nicht entgehen!


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